Dachverband der Österreichischen Berg-, Hütten- und Knappenvereine

Vereinsberichte

70 Jahre österreichischer Blasmusikverband

Am 4. März feierte der österr. Blasmusikverband das 70-zigste Wiegenfest seiner Gründung, das am 2. Mai mit dem Tag der Blasmusik begangen wurde. An und für sich ein würdiger Anlass um diesen Tag ordentlich zu feiern, doch wurde der Blasmusik eine bittere Pille als Geburtstagsgeschenk verabreicht; man hatte einfach bei den Öffnungsmaßnahmen am 19. Mai, auf diese wichtigen „ehrenamtlichen Kulturträger“ vergessen, womit das gemeinsame Musizieren nicht erlaubt, sondern weiterhin verboten bleibt. Wie konnte das passieren? Wir wissen es nicht, doch sollte man diese Sache sofort erledigen und uns „Ehrenamtlichen“, genauso wie alle anderen Kultureinrichtungen gleichbehandeln. Gerade die Blaskapellen haben wie im vergangenen Jahr viel Verantwortung bewiesen und tolle Sicherheitskonzepte bezüglich der Ausübung ihrer Vereinstätigkeit entwickelt. Es ist kein einziger positiver Corona-Fall, aus diesem Umfeld bekanntgeworden. Es sind eben die Blaskapellen, die das Land mit Klang erfüllen und das Leben lebenswert machen. Rund 150.000 Damen und Herren üben österreichweit in 2170 Kapellen diese wunderbare Tätigkeit aus, auf die man wahrlich stolz sein kann. Blasmusik ist wohl die einzige Musikform die mit „klingendem Spiel“ in der Lage ist, einen Marsch auf der Straße und das bei jeder Witterung durchzuführen. Wenn man bedenkt, dass in den Kapellen ein Akademiker neben einem Bauern, ein 12-jähriger Jugendlicher neben einem junggebliebenen 70-jährigen usw. sitzt, um mit dem Ziel, gemeinsam ein musikalisches Werk auf ein hohes Niveau zu erarbeiten, dann muss wohl von einem besonderem „Kulturgut“ gesprochen werden, dass bei uns in Österreich in bester Weise seine Pflege findet. Für die gemeinsame Sache brennen, sich dem Kollektiv unterordnen, die Möglichkeit nützen um sich präsentieren zu können, aber auch die Kameradschaft zu pflegen, sind eben wichtige Tugenden, die eine gute Blasmusik (Blasorchester) erst möglich machen und eine gute Lebensschule für die Jugend bieten. Selbst die hochgelobte Hochkultur ist über unsere Blasmusikkultur hocherfreut, da der dafür benötigte Bläsernachwuchs der renommierten Orchester, durchwegs aus den Musikkapellen stammt. Kein Fest, keine Feier, kein Gottesdienst, keine Prozession und auch keine letzten Klänge am Friedhof, wie arm wären wir wohl ohne unsere geliebte Blasmusik? Liebe Funktionäre! Es ist höchste Zeit um den verantwortlichen Herrschaften in der Regierung den „Marsch zu blasen“ und für eine Gleichbehandlung aller Kulturträger Sorge zu tragen und unserem Ansinnen entsprechend Nachdruck zu verleihen. Es ist unerträglich, wie mit uns „Ehrenamtlichen“ umgegangen wird, wir dürfen uns diese Diskriminierung nicht gefallen lassen, wir sind sicher keine Menschen zweiter Klasse. Hoch lebe die österreichische Blasmusik und das damit verbundene Ehrenamt.

Sepp Gruber, Kapellmeister AD., Komponist, Kulturpreisträger der Marktgemeinde Bad Hofgastein

Marktmusikkapelle Übelbach: 50 Jahre in Bergmannstracht 1971–2021

Jahrhunderte prägten Bergbau, Hammerwerke und Sensenschmiede die Region um Übelbach, Waldstein und Deutschfeistritz (Graz-Umgebung). Im Reigen der 700-Jahr-Feierlichkeiten des Marktes Übelbach im Jahre 1968 konnte auch die hiesige Ortsmusik ihr 120jähriges Bestandsfest feiern.

In der Zeit nach den Jubiläumsfeierlichkeiten wurden Ideen für die Beschaffung einer neuen Tracht angeregt. Man begann im Vereinsausschuss über Möglichkeiten zu diskutieren. Inspiriert von der historischen Tradition und von den Feierlichkeiten der Markterhebung 1968, waren alle Vereinsmitglieder entschlossen, eine Bergmannstracht, anzuschaffen. In der Gründungsurkunde der Marktmusikkapelle Übelbach von 1848 scheinen in der Bürgergarde und deren Gardemusik neun „Montanisten“ als Mitglieder und Musiker auf.

Der Entschluss für die Anschaffung der Bergmannstracht gründet auf der persönlichen Initiative und mehrjährigen Vorbereitung der Organisation durch den damaligen Schriftführer und späteren Obmann Harald Jantscher mit dem Motto:

„Übelbach als ehemaliger Silberbergbauort und einstiger Sitz steirischer Sensengewerken kann somit seine Tradition in lebendiger Art weiterführen und trägt damit auch zur Bekanntheit des Ortes und seiner Geschichte nach außenhin bei.“

Am Ostersonntag, dem 11. April 1971 war der große Augenblick gekommen, als Obmann und Stabführer Franz Zuser anlässlich des Osterweckrufes und der Auferstehungsprozession seine Musiker der Öffentlichkeit präsentierte. In einer schwarzen Bergmannstracht mit silbernen Knöpfen, dem Marktwappen auf den Ärmeln, einem Kalpak mit blauem Federbuschen. Die Bevölkerung reagierte auf die neue Tracht positiv und man erhielt dadurch wieder ein weiteres Stück an Tradition und Bezug zur Geschichte des Marktes Übelbach.

Auch der 1965 aus dem Bergbauort Breitenau übersiedelte Kapellmeister Walter Zirbisegger trug mit seinem Wissen und Interesse an montanhistorischer Tradition wesentlich bei, ebenso wie die damalige Bergkittelschneiderei Makos & Mudri in Graz mit fachkundiger Beratung.

Diese Neueinkleidung wurde zum größten Teil mit eigenen Mitteln der Marktmusikkapelle Übelbach selbst finanziert. Die Marktgemeinde mit ihrem kulturgesinnten Bürgermeister Dr. Erich Vaculik hatte diese Erneuerung mit der Bergmannstracht mit Geldmitteln unterstützt wie beim Kauf neuer Musikinstrumente.

Traditionspflege ist ein Anliegen

Die Marktmusikkapelle führt seit 1973 eine Fahne als bergmännisches Symbol. Auch der Barbara-Altar in der Pfarrkirche ist sichtbares Zeichen der tiefen Verbundenheit der Bergknappen mit dem christlichen Glauben, ebenso wie die St.-Michaels-Kapelle im Übelbacher Marktkern als ursprüngliches Gotteshaus der Bergknappen. Erwähnenswert ist die namentliche Aufzeichnung von 9 „Montanisten“ im Mitgliedsbuch der Übelbacher Nationalgarde von 1848, wovon mehrere in der damals gegründeten Gardemusikkapelle tätig waren.

Im Jahr 1980 gestaltete der Musiker Peter Raffer ein eigenes Vereinsabzeichen bzw. eine Ehrennadel mit bergmännischem Bezug.

Die Musikkapelle ist neben ihren anderen musikalischen Tätigkeiten auch dem Bergmannsstand verbunden und war unter anderem bei folgenden Veranstaltungen präsent:

Vom Tunnelanschlag bis zur Papstaudienz

• September 1983: Anschlag des Explorations-Stollens am Silberberg bei Übelbach/Großstübing in Anwesenheit von BM Vizekanzler Dr. Norbert Steger • Von 1973 bis 2019 umrahmte die Marktmusikkapelle Übelbach insgesamt 9mal bergmännische Feierlichkeiten der ASFINAG im und beim Gleinalmtunnel an der Pyhrnautobahn A9. Vom Tunnelanschlag 1973, Barbarafeiern bis zur endgültigen Übergabe nach Sanierung im Dezember 2019. • Jänner 2000: Eröffnung des Steirerballs im Austria-Center in Wien • Weiters Teilnahme an Bergmannstreffen in St. Stefan ob Leoben und Arzberg • Mehrmaliger Besuch bei der Knappenkapelle Breitenau • Bergmännischer Zapfenstreich in Leoben • 2007 erfolgte die Segnung der restaurierten Kanppenfahne mi einem Knappentreffen und einer Bergparade. Gleichzeitig auch Beitritt zum Dachverband der ÖBHKV. • 2mal Teilnahme am österreichischen Bergkapellentreffen in Hüttenberg • Beim Cäcilienkonzert 2008 wurde die von Franz Cibulka komponierte Ouverture „Ubilpach“ uraufgeführt. Darin findet der Bergbau seine musikalische Darstellung. • Teilnahme am Knappentag auf der Grazer Herbstmesse 2013 • Festakt zum Nationalfeiertag in der österr. Botschaft im Vatikan und Umrahmung der Papstaudienz am 26. Oktober 2016 auf dem Petersplatz in Rom, organisiert von Obmann Peter Windisch und Kapellmeister Gerald Mitteregger • Teilnahme an der Ernennung von Hermann Glettler zum Bischof in Innsbruck im Dezember 2017. Er stammt aus Übelbach und ist im Bergbaugebiet „Guneck“ auf dem Silberberg aufgewachsen. Sie verbindet ihr musikalisches Wirken mit Tradition und Gegenwart und ist somit symbolische Trägerin bergmännischer Tradition und Brauchtum in der Region Übelbach, Deutschfeistritz, Peggau, Frohnleiten und Großstübing. Die Marktmusikkapelle fühlt sich dem Montanwesen verbunden. Sie wird derzeit geleitet von Obmann und Stabführer Peter Windisch und Kapellmeister Gerald Mitteregger.

Ein herzliches „Glück auf!“ allen, die mit uns den 50-jährigen Bestand der Bergmannstracht feiern.              Copyright © Harald Jantscher

Von Herrn Harald Jantscher wurde uns dieser sehr interessante Beitrag übermittelt.

Die Darstellung ist ein Ausschnitt des Ölgemäldes „Johannes Nepomuk als Schützer des Bergbaues“ von Philipp Carl Laubmann in der Schloßkirche von Waldstein, gemalt 1751.

Im Vordergrund kniet auf einem Betpult der mit Allongeperücke und Festgewand gekleidete Bergherr im Bergwerk Waldstein, Karl Theodor von Mayer(e)n, dessen Wappen von zwei im schwarzen Bergkittel gekleideten Bergeleven gehalten wird. Hinter ihm kniet ein hoher Bergbeamter (Steiger), der durch die Perücke und durch den mit Emblem verzierten Schachthut kenntlich gemacht ist, sowie mehrere Bergknappen im einfachen Bergkittel und mit grünem Schachthut; zwei von diesen halten brennende Kerzen. Auf der rechten Bildseite knien 5 betende Hüttenleute, die neben sich den Krempenhut und das Werkzeug – Schaufel, Zange und Spieß – haben. In der Bildmitte das berg­män­nische Gezähe (Werkzeug), eine Haspel mit einem am Seil hängenden Eimer, ein ungarischer Hunt, links und rechts davon Bergeisen, Zimmerbeil und Haue, markscheiderisches Meßgerät (Schinzeug) sowie Schlägel und Eisen, die Symbole der Bergleute.             

Erschienen in der Beilage “Ubilpach” zur Gemeindezeitung Übelbach, Dezember 1995

Text-Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum 1129–1979 des Stiftes Rein – Foto: Harald Jantscher

Das Schloss Waldstein liegt auf der Straße zwischen den alten Bergbauorten Deutschfeistritz und Übelbach. Hier bestanden einst mehrere Bergreviere, die sich von Übelbach und Guggenbach über den Arzwaldgraben mit dem „Nepomuk-Stollen“ (Arzwald ist eine Ableitung vom Wort „Erzwald”) bis zum Schloss Rabenstein bei Frohnleiten erstreckten.

Waldsteins Schlossherren Windischgrätz, Eggenberg und Dietrichstein waren Besitzer der Bergbaue dieser Gegend. Die Grazer Münze hatte hier ihre Prägestätte und Waldstein war später Sitz der Bergverwaltung und Bezirksverwaltungsbehörde.

Abgebaut wurde in der Frühzeit Silber, darauffolgend Blei und Zink sowie Schwerspat. Bergbau und Grubenaufschließungen gab es im Arzwaldgraben bis um das Jahr 1954.    Harald Jantscher

Taktstockübergabe bei der Bergmusikkapelle Eisenerz

Nach 33 Jahren übergab Manfred König den Taktstock an seinen Nachfolger Alfred Ebenberger

Manfred König übergab am 7. November 2020 nach 33 Jahren als Kapellmeister der Bergmusikkapelle Eisenerz in kleinem Rahmen den Taktstock an seinen Nachfolger Alfred Ebenberger und dessen Stellvertreter Stefan Stromberger. Aufgrund der Coronakrise musste die feierliche Übergabe bereits zweimal verschoben werden, diese wird in einem schönen Rahmen nachgeholt sobald dies wieder möglich sein wird.

Manfred König bedankt sich bei seiner Frau Renate, bei seinen Musikerinnen und Musikern, bei der Eisenerzer Bevölkerung sowie bei allen Freunden und Gönnern für die Treue zum Musikverein: „Es war mir eine große Ehre und Freude, dem Musikverein über einen so langen Zeitraum als Kapellmeister vorstehen zu dürfen!“

Seinem Nachfolger und dessen neuen Stellvertreter wünscht die gesamte Bergmusik viel Glück und Freude bei der neuen Tätigkeit.

33 Jahre Kapellmeister Manfred König – „Im Reiche der Töne suche das Schöne“

Mit diesem Wahlspruch sprang Manfred König vor einigen Jahren im Innerberger Gewerkschaftshaus über das Leder in den Bergmannsstand, bis zu seinem letzten Tag als Kapellmeister der Bergmusikkapelle blieb er diesem Leitsatz treu. Selbst als die Taktstockübergabe an seinen Nachfolger im April nicht stattfinden konnte, hielt er seiner Bergmusik die Treue und übte sobald es im Sommer möglich war weiter, bis schließlich auch die geplante Übergabe im November abgesagt werden musste. Dank diesem Pflichtbewusstsein und seiner Loyalität zur Bergmusikkapelle war Manfred König 33 Jahre lang als Kapellmeister des Musikvereins ein großes Vorbild für seine Musikerinnen und Musiker.

Nachdem Kapellmeister Manfred König jahrelang als Klarinettist und Solist bei der Bergmusikkapelle mitgewirkt hatte, übernahm er 1987 mit 30 Jahren den Taktstock von Ferdinand Wohltran und damit die Geschicke des Musikvereines. Seither prägte er das Vereinsleben maßgebend, denn neben seinen Tätigkeiten als musikalischer Leiter und Stabführer des Musikvereins, wie der Programmzusammenstellung für die Ausrückungen und Konzerte, die Probenleitung und Ausbildung von Jungmusikern, nahm er auch viele organisatorische Aufgaben rund um die Vereinsaktivitäten wahr.

Es gab kaum eine Probe, die er in den 33 Jahren nicht selbst dirigiert hätte, es müssten in mehr als drei Jahrzehnten etwa 2.300 Proben gewesen sein. Neben den beiden großen jährlichen Konzerten im Innerberger Gewerkschaftshaus, gibt es zahlreiche Ausrückungen wie den Aufmarsch zum 1. Mai, Bezirksmusikertreffen, Frühschoppen, die Speckmesse und nicht zuletzt die Barbarafeier Anfang Dezember. Bei Wind, Kälte und Schnee war Manfred König stets der Erste im „Probzimmer“ und verließ dieses als Letzter. Insgesamt leitete er wohl in all den Jahren rund 1.000 Konzerte und Ausrückungen und etwa 700 Beerdigungen. Dazu kommen noch die Teilnahmen bei den Konzert- und Marschmusikwertungen, bei welchen der Musikverein stets sehr gute Ergebnisse erzielen konnte. Dank diesen Leistungen wurde der Bergmusikkapelle unter der Leitung von Manfred König dreimal der Steirische Panther, sowie einmal die Robert Stolz Medaille verliehen. Für seine Verdienste wurde er bereits vor 10 Jahren mit dem Verdienstkreuz in Gold des österreichischen Blasmusikverbandes ausgezeichnet. Als besonderen Höhepunkt seiner Tätigkeit bezeichnet er selbst die Aufnahmen für die Sendung „Klingendes Österreich“ mit Sepp Forcher am Steirischen Erzberg. Seine Einsatzbereitschaft, sein Traditionsbewusstsein und seine Freude zur Musik sind beispielhaft, auch wenn er nun seinen Taktstock gegen Klarinette und Saxophon tauschen wird. Die Liebe zur Musik wird bleiben, und dies wünscht ihm der gesamte Musikverein noch für viele weitere Jahrzehnte!

Nicole Wohltran, Schriftführerin

 

Knappschaft Vordernberg – Still und leise ging eine Ära zu Ende

Peter Rieberer übernahm von Gerhard Zach das Kommando der Knappschaft Vordernberg.

VORDERNBERG. So richtig wollte es niemand wahrhaben, als Gerhard Zach, Kommandant, Obmann und Schriftführer der Knappschaft Vordernberg, mehrmals anklingen ließ, dass er amtsmüde sei und seine Funktionen zurücklegen werde. Schließlich war eine Knappschaft ohne ihn einfach nicht vorstellbar. Daher wurden seine Äußerungen von den Mitgliedern der Knappschaft auch immer wieder verdrängt. Aber wie Gerhard Zach als Kommandant war – zielstrebig und entschlossen – so war er es auch mit seiner Entscheidung.

 
Gerhard-Zach_Knappschaft-Vordernberg
Gerhard Zach

Ende einer Ära

Mit Jahresende setzte Zach schließlich den Schlusspunkt seiner Zeit als Kommandant und Obmann der Knappschaft Vordernberg. „Die Aufgaben eines Kommandanten, Obmannes und Schriftführers sind bei der Knappschaft Vordernberg stets große Herausforderungen. Diese Aufgaben waren für mich in letzter Zeit immer schwieriger zu bewältigen, da sie mir enorm Kraft und Substanz kosteten – speziell dann noch das Jubiläum, 90 Jahre Barbarafeier Vordernberg.

Und so habe ich mich dann entschlossen, die Ämter zurückzulegen. 23 Jahre sind genug“, erklärt Gerhard Zach. Und so ging nach fast einem viertel Jahrhundert an der Spitze der Vordernberger Knappschaft eine Ära zu Ende, die geprägt war von intensiver Tätigkeit für das bergmännische Brauchtum in der Region, österreichweit und auch über die Grenzen hinaus. Und wie Gerhard Zach es wollte, ohne großen „Rummel“.

 

Peter Rieberer_Knappschaft Vordernberg_Foto Freisinger
Peter Rieberer

Bewahrung des Bergmännischen Brauchtums

Mit Peter Rieberer übernahm mit Jahresbeginn ein erfahrener Ehrenbergmann das Kommando über die Knappschaft Vordernberg, dem auch sein Zivilberuf als Kommandant-Stellvertreter bei der Betriebsfeuerwehr der voestalpine Stahl Donawitz GmbH zugutekommt. „Ich danke Gerhard Zach für seine ausgezeichnete Arbeit und Führung als Obmann und Kommandant der Knappschaft Vordernberg in seiner 23-jährigen Amtszeit“ Als neuer Obmann und Kommandant werde ich versuchen, die Knappschaft so weiter zu führen, um wie bisher das bergmännische Brauchtum in Vordernberg in bewährter Weise zu bewahren, betont Peter Rieberer.

Barbarafeier der KNAPPSCHAFT VORDERNBERG

Ein Österreich weit wohl einmaliges Ereignis fand am 30.11.2019 im Eisenmarkt Vordernberg statt. Die “Knappen von Vordernberg” marschierten wie damals im Jahre 1929 so auch diesmal von der Pfarrkirche zum Hauptplatz um das Barbarafest würdig zu begehen.

Am Vormittag gab es in der Pfarrkirche das feierliche Barbarahochamt, zelebriert von Ehrenbergmann Pfarrer Mag. Johannes Freitag, zusammen mit EBM  Dechant i.R. Probst Hans Feischl und Pastoralpraktikant Dominik J. Wagner.

Eine Reliquie von Sankt Barbara wurde am Altar für die Verstorbenen – Ehrenbergmann Karl Detschmann, Ehrenhäckelträger Wolfgang Geselka, Hüttenmann Otto Wimmer und die Bergarbeiter Karl Kahlig und Matthias Bernhard – ausgesetzt.

Für die musikalische Umrahmung sorgte wie immer der MV Vordernberg / MV St.Peter-Freienstein mit Kapellmeister Bgmst. Walter Hubner, der AGV “Alpenrose” Vordernberg unter Chorleiter Dipl.-Päd. Christian Stary, sowie das Klarinetten-Ensemble vom MV Leonstein, präsentiert von Ehrenträger EBM Kapellmeister Ing. Klaus Rohregger. 

Dank an den Pfarrgemeinderat Vordernberg für die festliche Gestaltung des Kirchenraumes und den Fackelträgern am Eingang, unseren Hüttenleuten Josef Steinmetz und Manfred Neuhold.

Bei der anschließenden Bergparade am Hauptplatz wurde an die Fahnenabordnungen – Barbarafahne Vordernberg, Bergmannsfahne Eisenerz, Knappenfahne Radmer, Hüttenfahne Donawitz, Hüttenfahne Eisenerz, Kameradschaftsfahne Vordernberg, Standarte Oberlandler z’Loib’n und Standarte MV Leonstein – ein Jubiläums-Fahnenband 1929 – 2019 vom Vordernberger Bürgermeister OAR Walter Hubner im Namen der Knappschaft Vordernberg an die Fahnenstangen geheftet.

Leiter des Aufmarsches und der Bergparade war wie immer in perfekter Manier der Bergoffizier der Knappschaft Vordernberg, Ehrenbergmann Ing. Gert Emmerstorfer. Mit dabei wiederum seine beiden Enkerl-Mädchen in maximilianischer Festtagstracht.

Der Festakt zum Jubiläum begann dann in den Barbarasälen von Vordernberg nach der Verkostung von traditionellem Barbara-Gulasch zusammen mit dem neu gebrauten Barbarabier der Gösser Brauerei.

Sodann wurde vom Kommandant der Knappschaft Vordernberg, OAR Gerhard Zach, die überaus festlich gestaltete 90. Barbarafeier eröffnet. Zu Beginn wurde in einer 35-minütigen

Foto-Bilder-Schau der Werdegang der Knappschaft Vordernberg mit seinen Berg- und Hüttenleuten vom Jahre 1929 bis in das jetzige Jahr 2019 in eindrucksvoller Weise mit historischen Aufnahmen und Video-Einspielungen, sowie gesanglichen- und musikalischen Hintergrundmelodien, gezeigt. Zusammengestellt von Radwerk IV-Kustos Edwin Weigand, präsentiert von Sound & Light Herzkraft aus Leoben.

Die Damen der Goldhaubengruppe Vordernberg haben wie immer und dies nur bei der Vordernberger Barbarafeier, unzählige selbst gebundene Kirschbaum-Zweige an die Besucher verteilt. Hier gebührt besonders der Obfrau Helga Feiel ein besonderer Dank für diese überaus nette Geste.

Festredner waren dann Bürgermeister OAR Walter Hubner für die MG Vordernberg und Bergdirektor Bergrat DI Josef Pappenreiter für die VA Erzberg GmbH. Als besonderer Ehrengast für alle anwesenden Ehrengäste wurde der Landesrat von Steiermark, Anton Lang, willkommen geheißen.

Absoluter Höhepunkt und eine Novität war der Bergmanns- und Hütten-Zapfenstreich “Über’s Grubenlicht zu Ruhm und Ehre, intoniert von der Bergbau und Hütten Traditionsmusik Arnoldstein unter dem Dirigenten Prof. Bostjan Dimnik aus Laibach. Ein dramaturgischer Ablauf über das Leben der Bergleute. Ein tosender Applaus des Publikums zollte diesem hervorragenden musikalischen Leckerbissen unter Obmann Arnulf Engelhardt große Anerkennung.

Natürlich kam es aus Anlass des Jubiläums auch zu zahlreichen Ehrungen:

* Die Mitglieder der Knappschaft Vordernberg, Bergoffizier aD. Steiger Siegfried Pirker und Bergmann Kustos Radwerk IV Alfred Bäk, beide Ehrenschärpenträger der Knappschaft, wurden aus Anlass ihres 90. Geburtstages, geboren also im 1.Jahr der gemeinsamen Barbarafeier, mit einer Bergmannsuhr ausgezeichnet. Beide Bergmänner sind noch stets aktiv und rege bei den jährlichen Ausrückungen dabei !.

* Seit 17 Jahren köchelt in der Küche das wohl einzigartige Vordernberger Barbara-Gulasch mit Wadlschinken. Verantwortlich dafür sind die Hauben-Köchinnen Barbara Plöbst, Elke Haberl und Inge Arh. Herzlichen Dank dafür an die Damen  und als Erinnerung gab es eine bergmännisch dekorative  Messing-Karbidlampe mit Blumen als Geschenk.

* Bürgermeister OAR Walter Hubner ist seit 20 Jahren  (1999 – 2019) Oberhaupt des Eisenmarktes Vordernberg. Die Knappschaft dankte für die stete Unterstützung und Hilfe bei den jährlichen Barbarafeiern und überreichte als Anerkennung eine bergmännische Ölbrandlampe.

* Der Österr. Dachverband der Berg-, Hütten- und Knappenvereine hat in diesem Jahr ein Ehrenzeichen des Dachverbandes als Dank und Anerkennung für das Bemühen um Aufrechterhaltung des bergmännischen Ansehens geschaffen.

Zum ersten Mal in Österreich überhaupt wurden damit, wie kann es schon anders sein, zwei Mitglieder der Knappschaft Vordernberg ausgezeichnet:

Bergoffizier Ehrenbergmann Ing. Gert Emmerstorfer und Fähnrich und Kassier Bergmann Horst Wilding

Der Präsident des Dachverbandes, MinRat DI Mag. jur. Alfred Zechling, war persönlich in Vordernberg anwesend und hat Ehrenzeichen samt Urkunde mit besonders anerkennenden  Worten überreicht. Dafür gilt unser aufrichtigster Dank !

Weiters vom Verband sind auch Generalsekretär Hans Kugi, Finanzreferent Herbert Preiml und der bergmännische Musik-Offizier Dietmar Aschaber extra nach Vordernberg gekommen. Die Barbara-Tage in der Steiermark, besonders erstmals in der Radmer, waren einer starken bergmännischen Reifeprüfung ausgesetzt.

* Ebenso wurde an jahrelang der Barbarafeier helfende Institutionen, Vereine und Partner ein Jubiläums-Fahnenband als Dank und Anerkennung übergeben und ein herzliches “Glück auf !” ausgesprochen.

Natürlich kam es auch zum traditionellen Barbarabier-Anstich 2019 durch Bier-Sommerlier Armin Kappel von der Gösser Brauerei, wobei in Adjustanz die beiden Pfarrer Johannes Freitag und Hans Feischl in perfekter Manier das Holzfass anschlugen und das Bier sprudeln ließen.   

Den Abschluss dieses würdigen Ereignisses einer 90.-sten Barbarafeier gestaltete dann die Traditionsmusik aus Arnoldstein mit einem Gala-Konzert. Hinreißende Melodien, slowenische Polkas, moderne Lieder und Solis des Dirigenten, ließen das Publikum nahezu auf die Tische steigen. Auch der Kapellmeister des MV Vordernberg/St.Peter, Walter Hubner, zeigte sein musikalisches Können als Dirigent bei der Kapelle aus Arnoldstein. Wirklich ein musikalischer Hochgenuss. 

So ging die Jubiläums-Barbarafeier der Knappschaft Vordernberg grandios zu Ende und man feierte noch bis in die Abendstunden im Speisesaal und an der Weinbar. Hier gilt der Dank vor allem an das Gastro-Paar Adele und Sepp Kolbegger mit ihrem gesamten Team vom Freizeitclub, welche alle Gäste vorzüglich bedient hatten.

Auch an EBM Peter Rieberer samt Gulasch-Service Damen+Herren großes Lob, welche in Rekordzeit die Gäste mit diesem Leckerbissen versorgt haben. Peter Rieberer ist es auch zu verdanken, dass rd. 250 Gedecke für die Verköstigung angeliefert worden sind. Dazu ebenfalls Dank an Kassier Horst Wilding, der für die aufwändige Konsumations-Markenlogistik und  gerechte Entlohnung der Vereine zuständig war.

Nicht zu vergessen auch unser Hüttenmann Klaus Turtukowskyj, der in einem fulminanten Einsatz die Jubiläums-Barbara-Abzeichen als Erinnerung an diesen wundervollen Tag  ganz persönlich an Mann und Frau übergeben und somit für seine Knappschaft verkauft hat

Die Logistik der Einrichtung der Barbarafeier braucht unzählige Hände und Helfer, welche bei der festlichen Ausgestaltung der Barbarsäle, die nahezu vier Tage Arbeit erfordert, im Einsatz sind.

Das bewährte Team waren heuer: Angerer Alfons, Bäk Alfred, Emmerstorfer Gert, Göschl Fritz, Kerschbaumer Heribert, Kittinger Siegfried, Kriechbaum Manfred, Pircher Richard, Pirker Siegfried, Rauscher Rudolf, Rieberer Peter, Rieger Josef, Rieger Reinhard, Schörkmayer Harald, Temmel Heinz, Wilding Horst und Zach Gerhard.

Besonderer Dank gebührt
– der Polizeiinspektion Vordernberg für die Verkehrsregelung
– der FF Vordernberg für die Verkehrsüberwachung
– den MitarbeiternInnen der Marktgemeinde Vordernberg und des Fuhrhofes für Druckwerke, Logistik und Transporte.
– EBM Peter Rieberer für die Gedeckbeistellung
– den Pfarrern für die Gestaltung des Barbarahochamtes
– der Erzherzog-Johann-Trachtenkapelle MV Vordernberg zusammen mit dem MV St. Peter-Freienstein
– dem AGV „Alpenrose“ Vordernberg und dem Klarinetten-Quartett des MV Leonstein

So ist ein Barbarabrauchtum im Eisenmarkt Vordernberg wieder würdig und in bergmännischer Tradition über die Bühne gegangen. Die Knappschaft Vordernberg als kleiner Verein leistet bei der Gestaltung und Durchführung der Barbarafeier großartige Arbeit und ist in der Region um die Steirische Eisenstraße und den Steirischen Erzberg ein Leuchtturm für Bewahrung von Brauchtum der Berg- und Hüttenleute.

Allen die dabei gewesen sind ein
„Glück auf !“ und „Gott geb’s“

Das Barbarabier 2019 ist „angemaischt“

Das wohl Österreich weit einzigartige bernsteinfärbige „Barbarabier“ der Gösser Brauerei in Leoben ist in Vorbereitung. Rd. 60.000 Liter dieses Bergmannssaftes werden in der Region um den Steirischen Erzberg bzw. an der Steirischen Eisenstraße, aber auch schon in der Weststeiermark und der Stadt Steyr, das Barbarabrauchtum gastronomisch bereichern.

In einer festlichen Zeremonie unter Führung der Braumeister Andreas Werner und Markus Baumann, zahlreichen Persönlichkeiten aus der Steiermark, den Eisenstraßen-Musikanten, sowie Knappen aus Vordernberg und Radmer, wurde symbolisch bereits im 17. Jahr das Barbarabier für 2019 im Gösser Sudhaus „angemaischt“ und anschließend wie immer in der Malztenne bei Gulasch, Bier und Musik dieses Ereignis entsprechend bergmännisch gefeiert.

In der Stadt Leoben findet dann am 17.11. der Anstich des Barbarabieres im CCD Donawitz als Auftakt der bergmännischen Brauchtumsfeierlichkeiten an der Steirischen Eisenstraße statt. Natürlich auch mit den Berg- und Hüttenleuten der Knappschaft aus Vordernberg.

Am 23.11. sind dann die Vordernberger Bergleute auch am Stadtplatz in Steyr,  wo ebenfalls schon seit 10 Jahren steirisches Barbarabier angezapft wird. 

Knappenmusiktreffen in Bad Häring

Am 8. September 2019 fand in Bad Häring das Tiroler Knappenmusiktreffen statt. Es haben sich Knappenmusikkapellen aus ganz Tirol sowie die Trachtenmusikkapelle aus Schlitters eingefunden. Die Feldmesse wurde von den Kapellen musikalisch unterrahmt. Zahlreiche Ehrengäste, wie Bgm. Retzer, Landesverbandsobmann-Stellvertreter Raimund Winkler, vom Dachverband der österreichischen Berg-, Hütten- und Knappenvereine der bergmännische Musikoffizier Dietmar Aschaber, waren anwesend. Danach marschierten die Kapellen unter Beifall der Zuschauer zum Festzelt.

Vordernberg: Bergknappen in Partnergemeinde

Aus Anlass der Feierlichkeiten 1200 Jahre Ortsgemeinde Berg/Pfalz machte sich eine Gemeindedelegation aus Vordernberg, darunter auch eine Abordnung von Bergmännern, Anfang August auf den Weg in die seit 1982 offizielle Partnergemeinde Berg in der Pfalz. Ein 3-Tages-Programm in mittelalterlichem Ambiente sorgte mit Ständen, Zelten und Hütten mit Kulinarik im Bereich der Gemeinschaftshalle für ein großartiges Fest. Zahlreiche Vorführungen, unter anderem auch von Reitern, sorgten für viel Unterhaltung. Ein historischer Umzug durch Berg mit dem Fanfarenzug Hagenbach, angeführt vom Musikverein Vordernberg/St.Peter-Frst., dem AGV „Alpenrose“ Vordernberg, der Fahnenabordnung der Knappschaft und Vertretern von Vordernberger Vereinen, sowie mit der Berger Bevölkerung, sorgte bei den vielen Zuschauern für ein buntes und freudiges Bild in den Straßen der Ortsgemeinde. Auch einen Festgottesdienst mit anschließendem Frühschoppen gestalteten die Musikkapellen zusammen mit dem AGV Vordernberg, der Choralle Berg und der bergmännischen Fahnenpräsenz. Die neue Berger Ortsbürgermeisterin Sabine Gerhart und Vordernbergs Bürgermeister OAR Walter Hubner tauschten Erinnerungsgeschenke aus und waren erfreut, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden auch nach 37 Jahren mehr denn je lebt und freudig gefeiert wird.

Text: Gerhard Zach

Tag der Blasmusik

Am 23.06.2019 fand der alljährliche Tag der Blasmusik in Fieberbrunn in Tirol statt.

Der Einmarsch der Musikkapellen zum Festplatz begann nach der Hl. Messe. Der Obmann der Knappenmusik Fieberbrunn konnte zahleiche Ehrengäste sowie vom Dachverband den Bergmännischen Musikoffizier Dietmar Aschaber begrüßen. Das letzte Konzert des Tages spielte die Knappenmusik Fieberbrunn, wobei auch der Bergmännische Musikoffizier ein Stück dirigierte. Die Anwesenheit des Musikoffiziers vom Dachverband wertete die Veranstaltung enorm auf und Kplm. Georg Foidl bedankte sich für den Besuch.

Knappschaft Vordernberg

Hammerschmiedfest in der Schmiedleithen

Bereits zum 12. Mal reisten die Berg- und Hüttenleute der Knappschaft Vordernberg in das Tal der Schmiedleithen bei Leonstein (OÖ.), um am Hammerschmiedfest der „Schwarzen Grafen“, wo seinerzeit die Sensenschmiede zu Hause waren. Der Auftritt mit Parade und die Grußworte der Knappschaft mit Kommandant Gerhard Zach waren abermals eine imposante Demonstration unseres Brauchtums aus dem Eisenmarkt Vordernberg, sowie von der Region rund um die Steirische Eisenstraße bzw. der Heimat des Steirischen Erzberges. Die Ehrenhäckelträger der Knappschaft Vordernberg aus der Schmiedleithen, Robert Neumayr (Kassier MV Leonstein), Heinrich Seufer-Wasserthal (Verein d‘Hammerschmied) und Konsulent August Pfaffenhuemer, sowie der Ehren-Arschlederträger Ing. Klaus Rohregger (Kapellmeister MV Leonstein), genauso wie Bgmst. Gerald Augustin (Gemeinde Grünburg) samt Obmann Herbert Rosenegger vom Verein d’Hammerschmied, konnten herzlich begrüßt werden. Im alten Hammer sowie im Herrschaftsgarten gab es Musk, Handwerk, gute Laune und liabe Leit. Schmiede am Feuer der Esse hämmerten kleine Andenken für die Bergmänner aus Vordernberg, auch Embleme mit Schlägel und Eisen. Es war wiederum ein Tag unter Freunden, denn die steirischen Bergknappen pflegen mit den oberösterreichischen Hammerschmieden schon seit 2006 eine Brauchtumspartnerschaft, die in gegenseitigen Besuchen ihre Geselligkeit findet.

 Die Knappschaft Vordernberg war wie immer
„Mittendrin statt nur dabei !”

Besuch der Freilichtaufführung in Schwaz

SILBERBERG – Das Schwazer Knappenspiel

Dreizehn Mitglieder des Knappenverein Rerobichl-Oberndorf fuhren am Samstag, den 30.08.2019 zu dieser Aufführung nach Schwaz und waren schwer beeindruckt vom Spiel der Akteure und vom Inhalt des Stückes. Allen Zusehern wurde bewusst, wie schwer die Zeit damals vor allem für die Knappen war. Dabei waren sie es, die für den Wohlstand von Schwaz und den Fuggern maßgeblich verantwortlich waren.

Da wir alle unsere Knappenleiberl trugen fielen wir einigen Darstellern gleich auf. Sie freuten sich, dass wir uns von Oberndorf aus auf den Weg zu ihnen machten und baten uns um ein Foto.

S.Trabi

Exkursion des Knappenverein Rerobichl-Oberndorf

Besichtigung des Brenner-Basis-Tunnel

Oberndorf in Tirol Die Idee, die Baustelle des Brenner-Basis-Tunnel zu besichtigen, wurde von unseren Mitgliedern mit großem Interesse aufgegriffen.

Die Besichtigungstouren werden von der BBT gratis angeboten und finden jeden Mittwoch statt. Es gibt an diesem Tag immer nur eine Tour für mindestens 8 und höchstens 16 Personen. Wir hatten Glück, noch 2 Termine ergattern zu können, denn zzt. bekommt man erst für den Herbst wieder einen Besichtigungstermin.

Zu Beginn bekamen wir einen Film vorgeführt, der uns das ganze Ausmaß dieser Baustelle vor Augen führte.

Nach einer Sicherheitsunterweisung wurden wir zur Bekleidungs- und Ausrüstungsausgabe geführt. Dort erhielten wir neben Helm, Warnweste und Sicherheits-Gummistiefel auch ein Ortungsgerät, eine Lampe und ein Notfall-Beatmungsgerät. All diese Dinge sind im Berg Vorschrift – da wird absolut keine Ausnahme gemacht. Dann aber ging es mit zwei Kleinbussen tief in den Berg hinein.

Wir waren alle beeindruckt von der Größe der vielen Röhren und hörten gespannt den interessanten Erklärungen der beiden Führer zu. Mehr als eine Stunde war schnell vorbei und wir wurden wieder ans Tageslicht gebracht.

Danke wieder an unseren Vorstand für die Organisation dieses tollen Erlebnisses.
S. Trabi

Ein Ausflug in die Welt der bewegten Bilder

Mit der Titelmelodie einer der wegweisenden Serien der „Comedy-Ära“, dem „Monty Python’s Flying Circus“, eröffnete die Bergkapelle Leoben-Seegraben – Blasorchester der Montanuniversität Leoben – ihr s Herbstkonzert, welches ganz im Zeichen der unendlichen Tiefen des „Ferntonkinos“ stand.

Der mittlerweile auf 70 Musikerinnen und Musiker angewachsene Klangkörper, welcher sich zu 80 Prozent aus Studentinnen und Studenten der Montanuniversität Leoben zusammensetzt, begeisterte das Publikum im ausverkauften Erzherzog-Johann Auditorium mit einem bunten Mix aus bekannten TV-Klassikern.

Nach Johan de Meijs Vertonung des englischen Kinderbuchklassikers „The Wind in the Willows“, folgte eine „Episode“ des wohl bekanntesten Katz- und Mausduos der Fernsehwelt „Tom & Jerry“.

Natürlich durfte auch ein Ausflug in die unendlichen Weiten des Weltalls zu Pegasus und Galactica nicht fehlen.

Einer der Höhepunkte des Abends war aber sicherlich das Medley „Childhood Heroes“, in welchem die Musikerinnen und Musiker, unterstützt von Isa Ammerer (Gesang), die Helden ihrer Kindheit wiederauferstehen ließen. Mit der Gummibärenbande, mutig und freundlich, machten sie sich auf den Weg, um gemeinsam mit Chip und Chap gegen Ganoven zu kämpfen und natürlich durfte ein Abstecher in Entenhausen nicht fehlen, ehe Balu und seine Crew die Motoren starteten.

Die Muppets sowie „Fantasy“ der Kultband „Earth, Wind and Fire“ rundeten diesen Konzertabend voller Klangimpressionen und Kindheitserinnerungen ab und wir dürfen schon gespannt sein, was uns beim Frühlingskonzert der Bergkapelle Leoben Seegraben erwarten wird.
Gloria Ammerer

 20. Österr. Berg-, Knappen- und Hüttentag in Bad Gastein

Festplatz Montansiedlung (Alt – Böckstein) aus Anlass 40 Jahre Schwerttanz Böckstein am 02.09.2018 mit Teilnahme der Knappschaft Vordernberg

Die Knappschaft Vordernberg machte sich mit 20 Berg- und Hüttenleuten auf die Reise in das Gasteinertal, um am 20. ÖKHT aus Anlass 40 Jahre Schwerttanzgruppe Böckstein in Bad Gastein (Montansiedlung Alt-Böckstein) teilzunehmen, sowie auch die Region um den Steirischen Erzberg und den Eisemarkt Vordernberg würdig zu vertreten.

Auf der Festbühne in der Montansiedlung begrüßte Schwerttanz-Obmann Alexander Neustifter die rd. 30 teilnehmenden Gruppen (Knappschaftsvereinigungen und Musikkapellen), Bürgermeister Gerhard Steinbauer übermittelte die Grüße der Gemeinde Bad Gastein und der Präsident des Dachverbandes der Österr. Berg-, Hütten und Knappenvereine, MR DI Mag. Alfred Zechling, dankte den Vereinen für ihr Kommen.

Ein Gesamtspiel aller Musiker war genauso ein Höhepunkt, wie die 40. Aufführung des historischen Schwerttanzes der Böcksteiner Knappen in eindrucksvoller Gestaltung.

Alle Fahnenabordnungen, natürlich auch unserer Fähnrich Horst Wilding, erhielten ein Jubiläumsband an die Fahne geheftet.

Im Anschluss daran startete die Bergparade durch Böckstein bis zum Festgelände auf der Ullmannwiese, an der natürlich die Knappen aus Vordernberg unter Kommandant EBM Gerhard Zach und mit den Kollegen von Eisenerz (Rupert Kerschbaumsteiner) und Radmer (Hannes Heupl) teilnahmen. An der Ehrentribüne kam es natürlich zum bergmännischen Gruß, den wir Vordernberger wie immer sehr zackig zelebrieren und dafür viel Anerkennung finden.

Im Festzelt selbst spielte die “Strochner Böhmische” begeisterte Melodien, sodass die rd. 1.000 Gäste schnell in Stimmung kamen. Freundschaftliche Unterhaltung mit  vielen Kollegen von bekannten Knappenvereinen sorgten wie immer für bergmännische Kontakte.

Danielfeier der Schurfgemeinschaft Zinkwand

Auf Einladung von Bürgermeister Martin Vallasterkonnte die “Schurfgemeinschaft Zinkwand” auch heuer wieder an der Danielfeier beim Annastollen, des “Historischen Bergwerk in der Knappagruaba” in Bartholomäberg, teilnehmen.

Schon der Name “Knappagruaba” weist auf Bergbau hin. Es handelt sich dabei um ein Bergbaugebiet, wo um das 15. – 16. Jahrhundert Erz abgebaut wurden.

Neueste archäologische Befunde beweisen eine über 3500 jährige Besiedelung und Bergbautätigkeit im Montafon , besonders in den Gemeinden Bartholomäberg und Silbertal.

Natürlich besuchten wir bei dieser Gelegenheit auch unsere Fahnenpatin Eleonore Schönborn. 

Vordernberg: Knappenfahne gesegnet

Seit nunmehr 58 Jahren besitzt die Knappschaft Vordernberg ihre bergmännische Knappenfahne. Nach einer Generalrestaurierung im Jahre 2008, wurde nun das Fahnentuch zur Gänze erneuert und in prächtigen Farben gestaltet. Die beiden gewaltigen Bildnisse darauf, „Heilige Barbara“ und „Johannes der Täufer“ wurden gereinigt und neu aufgenäht. Der „Fahnenspitz“ wurde ebenfalls ausgetauscht und präsentiert sich nun in neuer Form mit Schlägl und Eisen. Aufgrund von zahlreichen Ausrückungen der Bergmänner aus Vordernberg mit einer Fahnendelegation, ist die Knappenfahne sehr strapaziert worden, jetzt erscheint sie aber wieder im besonderen Glanz und wartet auf ihre Präsenz.

Um Rahmen des Patroziniums „Mariä Himmelfahrt“ der Pfarrkirche Vordernberg, wurde nun die Fahne in feierlicher Form gesegnet. Kommandant Ehrenbergmann Gerhard Zach erzählte beim Festgottesdient den „Lebenslauf“ der Knappen-Barbarafahne, die schon in ganz Österreich und auch Europaweit den Vordernberger Berg- und Hüttenmännern vorausgegangen ist.

Pfarrer Mag. Johannes Freitag, auch Ehrenbergmann der Knappschaft Vordernberg, freute sich  über die äußerst gelungene Restaurierung, segnete das Fahnentuch und wünschte seinen Vordernberger Knappen stets ein festes Voranschreiten ihrer Fahne in Freude und Kameradschaft bei vielen bergmännischen Ereignissen, sehr bald schon beim kommenden 20. ÖKHT in Bad Gastein.

Text: Gerhard Zach 

Am 09. Juni 2018 war es dann soweit !

Insgesamt an die 235 (!!!) Wanderfrauen und -männer marschierten an diesem Tag von Vordernberg, Friedauwerk, Hafning und der Krumpen auf 1.053m Seehöhe zum jubilierenden Bildstock Barbarakreuz.

Ein herrliches Frühsommerwetter empfing die Teilnehmer beim festlich geschmückten Bildstock um den Festakt beizuwohnen. Nach einem Eröffnungslied des AGV “Alpenrose” Vordernberg unter Chorleiter Dipl.Päd. Christan Stary, begrüßte EBM Gerhard Zach als Kommandant der Knappschaft Vordernberg die nahezu unüberschaubare Gästeschar.

Musikalische Umrahmung, auch zum Empfang der Wanderer, kam von einem Ensemble der Musikschule Trofaiach unter Dir. Mag. Günter Baumann und dem Vordernberger Harmonika-Ass Norbert Emmersdorfer.

Der Generalsekretär des Österr. Dachverbandes der Berg-, Hütten- und Knappenvereine, Bergmann Johann Kugi, der eigens aus Arnoldstein angereist war, sprach über bergmännische Traditionen und Gerhard Zach erzählte den Werdegang des Bildstockes von 1838 bis zum heutigen Jahr 2018 in eindrucksvoller und ganz spannender Weise.

Mitgekommen aus Kärnten (Bad Bleiberg) war auch der Verbandskassier Bergmann Herbert Preiml.

Höhepunkt war dann die Andacht und Segnung von Geistlichen Rat Pfarrer Mag. Johannes Freitag, auch Ehrenbergmann der Knappschaft Vordernberg, der Worte über Grenzen fand, die es zu überwinden gilt und die nichts Trennendes darstellen sollten. Das Barbarakreuz liegt nämlich genau an der Grenze zwischen den beiden Gemeinden Trofaiach und Vordernberg. Die Fürbitten trugen Elisabeth Emmersdorfer und Rudi Rust vor.

Bergoffizier Ing. Gert Emmerstorfer dankte abschließend allen die zum überaus guten Gelingen dieses Jubiläums beigetragen hatten. Vor allem dem Buschenschänker Manfred Leitner, der mit seinen Krumpenfreunden wertvolle und ganz tolle Hilfe für das Fest leistete. Besonders erwähnenswert ist die “Dekoration” des Barbarakreuzes, welche von Irmi Antonitsch und Otto Sporer so schön gestaltet und das Kreuz so richtig herausgeputzt hatte.

Nach einem kleinen Imbiss mit Gösser- und Puntigamer-Saft von den Krumpenfreunden, ging es talwärts in die Krumpen zur Buschenschank Leitner. Ein bummvolles Haus und herrliche Stimmung sorgte mit dem Musik-Duo “HE” für einen unvergesslicher Nachmittag für jene, die an diesem Tag beim besonderen Ereignis des Jubiläums dabei sein durften.

Für die drei Patronanzpartner welche die Feierlichkeit bestens unterstützt und gefördert haben, sprachen Bürgermeister Mario Abl (Stadt Trofaiach), Vzbgmst. Ing. Michael Arno Kanitsch (Markt Vorderberg) und BRV Josef Gritz (va Stahl Donawitz) Worte des Dankes an die Organisatoren.

Gerhard Zach überreichte mit Gert Emmerstorfer an die Redner Steine vom Erzberg, während die Knappschaft Vordernberg von den Betriebsräten Gritz und Lechner eine mundgeblasene Glas-Barbara aus Bärnbach als Auftakt für 90-Jahre Barbarafeier Vordernberg im Jahre 2019 erhielt.

Die gesamte Veranstaltung war wieder von Tradition und Brauchtum an diesem Kraftplatz in freier Natur geprägt und es ist überaus erstaunlich und erfreulich, dass so viele “Wanderlustige” dem Ruf von Knappschaft und Krumpenfreunden gefolgt sind.

Es ist nicht selbstverständlich große Anerkennung dafür zu finden, aber wenn man bergmännische Gepflogenheiten bewahrt und weiter führt, sind die Menschen unserer Region sehr dankbar und nehmen eine solche Einkehr und Besinnung auch an.